Wie läuft die Privatinsolvenz?

Informationen zur Privatinsolvenz

Wissen wir nicht alle wie schwer es ist, all den Versuchungen, die in den Geschäften angeboten werden zu widerstehen? Oftmals werden auch die Finanzierungsmöglichkeiten, der jeweiligen Einzelhändler geradezu angepriesen, so dass allzu leicht der Eindruck entsteht, es wäre nichts dabei, einen Kleinkredit bei Firma X oder bei einem Kreditinstitut aufzunehmen um sich den modernen Fernseher leisten zu können. Und wie schnell wird aus dem einen Kredit ein Zweiter oder gar ein Dritter? Dann wird schnell klar, dass auch diese Kleinkredite im Nachhinein, also ab Beginn der Ratenzahlung, mächtig zu Buche schlagen und somit belasten sie das oft schon ohnehin knapp bemessene Monatsbudget.

Wenn zu diesen sogenannten Kleinkrediten auch noch Ratenzahlungen wie etwa für eine Immobilie oder ein Auto geleistet werden muss dann verliert man schnell den Überblick und die Schuldenfalle wird immer hoffnungsloser. Leider ist Verschuldung in der Bundesrepublik Deutschland gerade in den letzten Jahren ein zunehmendes Problem geworden. Viele Faktoren spielen eine Rolle für die Verschuldung des Einzelnen und gewiss hat jede Verschuldung seine eigene und sicher auch schicksalhafte Geschichte. Die Gläubiger hingegen können aber keine Rücksicht darauf nehmen und leiten bei nicht Zahlung der Raten ein Mahnverfahren ein, dass dem Schuldner wiederum teuer zu stehen kommt, dieser kommt demnach noch mehr in Bedrängnis. Der Teufelskreis nimmt seinen Lauf. Wie sehen genau die einzelnen Schritte der Gläubiger aus den Schuldner doch zur Zahlung zu bewegen?

    1. Mahnungen

    2. Vollstreckungsbescheide

    3. Zwangvollstreckung, sofern "Reichtümer" vorhanden sind

    4. Eidesstattliche Versicherungen (Darlegung der Vermögenslage)

    5. Pfändungen

Was kann man also tun, um möglichst schnell aus der Schuldenfalle heraus zu kommen? Als erstes muss gesagt werden, dass man nun ganz besonders auf seine Finanzen achten muss z. B. genaue Dokumentation aller Ausgaben, um eine Verschlimmerung der Gesamtsituation zu vermeiden. Als Schuldner kann man sich nun an die Schuldnerberatung wenden, die wiederum mit Rat und Tat zur Seite steht, oft auch Kontakt zu den Gläubigern aufnimmt und als Vermittler dient um so eventuell neue Vereinbarungen bezüglich geringerer Rückzahlungen zu treffen. Denn oft zählt einfach der "gute Wille" des Schuldners. Wenn die Sachlage nun aber so schlecht für den Schuldner steht, kann dieser die Privatinsolvenz oder auch Verbraucherinsolvenz beantragen. Die Privatinsolvenz (dreistufiges Verfahren) wird beim Gericht beantragt und ist vorteilhaft für den Schuldner, da ihm nach mehreren Versuchen der Schuldentilgung seitens des Gerichts die Schulden oder Restschulden erlassen werden. Somit hat man wieder eine neue Chance bekommen.

Als Schuldner empfiehlt es sich, folgendermaßen vozugehen:

    1. Offenlegung der Zahlungsverpflichtungen und aller Einkünfte


    2. Außergerichtliche Verhandlungen mit den Gläubigern, Versuch der Einigung z. B. auf Stundung oder teilerlass der Schulden

    3. Wenn keine Einigung mit den Gläubigern erzielt werden kann muß bei Gericht die Privatinsolvenz beantragt werden

    4. Sofern das Gericht der Eröffnung eines Verfahrens zur Privatinsolvenz zustimmt, ist der Schuldner nach 6 Jahren seine Schulden los. Allerdings findet in dem Zeitraum eine jährliche prüfung der Einkünfte statt.

    5. Pfändungen